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Auslastung berechnen: ab wie vielen Stunden trägt dich dein Angebot

Betrieb · 27. August 2026 · 10 Minuten

Kurz gesagt

Der Break-even ist die Zahl verkaufter Stunden, ab der Fixkosten, Sozialversicherung, Steuer und Lebensunterhalt gedeckt sind. Er wird von hinten gerechnet, nicht vom Stundensatz nach vorn. Entscheidend ist dabei der Nenner: Die Auslastung misst sich an verfügbaren Stunden, nicht an möglichen. Nach einer Branchenerhebung entfallen rund 15 Stunden pro Woche auf Planung und Organisation — bei einer 40-Stunden-Woche bleiben damit höchstens 25 Stunden, die überhaupt verkauft werden können.

Die meisten Trainer kennen ihren Stundensatz und ihre Klientenzahl. Die Zahl dazwischen kennen die wenigsten: ab wie vielen verkauften Stunden der Betrieb tatsächlich trägt. Sie ist die einzige, die eine schwache Woche einordnet.

Was genau ist der Break-even?

Die Zahl verkaufter Stunden, ab der alles gedeckt ist — Fixkosten, Sozialversicherung, Steuer und der eigene Lebensunterhalt. Alles darüber ist Gewinn, alles darunter zehrt an der Rücklage.

Er wird von hinten gerechnet:

SchrittGröße
1Was brauchst du netto im Jahr zum Leben
2plus Steuer und Sozialversicherung
3plus Fixkosten des Betriebs
4geteilt durch den Deckungsbeitrag je verkaufter Stunde
5geteilt durch die tatsächlichen Arbeitswochen

Die Reihenfolge ist der Punkt. Wer beim Stundensatz beginnt, rechnet vorwärts zu einem Ergebnis, das er nicht braucht, statt rückwärts zu der Zahl, die er braucht. Die vollständige Preisrechnung dazu steht in Personal-Training-Preise kalkulieren.

Welche Kosten gehören in die Fixkosten?

Alles, was auch in einem Monat ohne Klienten anfällt:

  • Raum oder Studiobeteiligung
  • Versicherungen — welche wirklich nötig sind, steht in Versicherung für Personal Trainer
  • Software, Fahrzeug, Fortbildung, Buchhaltung, Kammerbeiträge

Dazu die Posten, die in Österreich unabhängig vom Umsatz laufen: die SVS-Unfallversicherung mit fix 12,95 Euro im Monat und die Beiträge auf die Mindestbeitragsgrundlage von 551,10 Euro monatlich (2026). Beide fallen auch in einem schwachen Monat an — genau deshalb gehören sie zu den Fixkosten und nicht zu den variablen.

Warum ist der Nenner wichtiger als der Zähler?

Weil „Auslastung" drei verschiedene Dinge bedeuten kann, je nachdem, wodurch geteilt wird:

NennerWas dabei herauskommt
mögliche Stunden (40 pro Woche)eine schmeichelhafte Zahl ohne Aussage
verfügbare Stundendie brauchbare Kennzahl
Stunden im Kalendermisst nur die Planung, nicht die Arbeit

Die verfügbaren Stunden sind das, was nach der unbezahlten Arbeit übrig bleibt. Nach einer Branchenerhebung entfallen rund 15 Stunden pro Woche auf Planung, Pläne und Organisation. Bei einer 40-Stunden-Woche bleiben damit höchstens 25 Stunden — und davon gehen Fahrt, Leerlauf und Absagen noch ab.

Was ist ein guter Auslastungsgrad?

Dazu gibt es keine belastbare Branchenzahl, und das gehört gesagt. Wer eine nennt, hat sie geschätzt.

Brauchbar ist stattdessen die eigene Reihe: verkaufte Stunden geteilt durch verfügbare, Monat für Monat über mindestens ein halbes Jahr. Erst diese Reihe zeigt, ob eine schwache Woche ein Ausreißer war oder ein Trend — und sie ist die einzige Grundlage, auf der sich eine Preiserhöhung oder eine Erweiterung begründen lässt.

Warum sind 52 Wochen die teuerste Annahme?

Weil es sie nicht gibt. Urlaub, Krankheit, Feiertage und die Lücken beim Klientenwechsel kosten Wochen, und zwar jedes Jahr.

Wer mit 52 Wochen kalkuliert, verteilt den Jahresbedarf auf mehr Wochen als vorhanden und errechnet dadurch einen zu niedrigen Stundensatz. Der Fehler fällt nicht sofort auf, sondern erst am Jahresende — und dann als fehlender Betrag, nicht als Rechenfehler. Was Urlaub konkret kostet und wie er vorbereitet wird, steht in Urlaub als selbstständiger Trainer.

Wie unterscheidet sich das von der Kapazitätsfrage?

Es sind drei verschiedene Fragen, die regelmäßig vermischt werden:

FrageAntwort steht in
Wie viele Klienten schaffe ich?Wie viele Klienten kann ein Trainer betreuen?
Was verlange ich je Stunde?Preise kalkulieren
Ab wann trägt der Betrieb?dieser Beitrag

Die dritte ist die einzige, die eine Untergrenze liefert. Kapazität sagt, was oben möglich ist; der Break-even sagt, was unten nötig ist. Zwischen beiden liegt der Spielraum, und wer nur die obere Zahl kennt, weiß nicht, wie viel Spielraum er hat.

Was passiert unterhalb des Break-even?

Nichts Sichtbares — das ist das Gefährliche daran. Die Rücklage sinkt, aber der Kalender sieht voll aus, weil unbezahlte Arbeit dieselbe Zeit belegt wie bezahlte.

Deshalb ist der Break-even keine einmalige Rechnung, sondern eine Kennzahl: einmal im Quartal gegen die tatsächlich verkauften Stunden gehalten. Zwei Quartale darunter sind ein Signal, kein Zufall — und die Reaktion darauf ist selten mehr Werbung, sondern meist ein anderes Angebot. Welche Modelle den Bedarf senken, steht in Betreuungspakete statt Einzelstunden.

Wie senke ich die nötige Stundenzahl?

Drei Wege, in der Reihenfolge ihrer Wirkung:

  1. Unbezahlte Zeit senken. Bei 15 Stunden pro Woche liegt dort der größte Hebel — jede eingesparte Stunde ist eine verkaufbare.
  2. Deckungsbeitrag je Stunde erhöhen, entweder über den Preis oder über weniger Fahrt. Die Rechnung dazu steht in Online oder vor Ort.
  3. Fixkosten prüfen. Der kleinste Hebel, aber der einzige, der sofort wirkt.

Woher kommen die Zahlen für die Rechnung?

Aus der eigenen Aufzeichnung, nicht aus der Erinnerung. Verkaufte Stunden, Absagen, Klientenzahl und der Zeitbedarf je Klient sind die vier Reihen, die den Break-even tragen — und alle vier entstehen nebenbei, wenn Termine und Betreuung an einem Ort laufen.

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Wie sich das auf das tatsächliche Einkommen auswirkt, steht in Was verdient ein Personal Trainer?; die Funktionen zeigt die Startseite, Trainer bewerben sich über Trainer werden.

Fazit

Der Break-even ist die Zahl, die eine schwache Woche einordnet — ohne sie ist jede Woche entweder beruhigend oder beunruhigend, aber nie eingeordnet. Er wird von hinten gerechnet, beginnend beim Nettobedarf, und der Nenner ist dabei wichtiger als der Zähler: gemessen wird an verfügbaren Stunden, und davon gibt es bei rund 15 Stunden Verwaltung pro Woche höchstens 25. Eine allgemeingültige Auslastungsquote gibt es nicht, die eigene Reihe über sechs Monate schon.

Hinweis: Die genannte Verwaltungszeit stammt aus einer Branchenerhebung, die Sozialversicherungswerte gelten für Österreich im Jahr 2026 und ändern sich jährlich. Der Beitrag ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.

Häufige Fragen

Wie berechne ich meinen Break-even als Personal Trainer?

Fixkosten plus Sozialversicherung plus Steuer plus benötigter Lebensunterhalt ergeben den Jahresbedarf. Diesen Betrag teilst du durch den Deckungsbeitrag je verkaufter Stunde. Das Ergebnis sind die Stunden, die im Jahr verkauft werden müssen — geteilt durch die tatsächlichen Arbeitswochen ergibt sich die Wochenzahl.

Wie viele Stunden kann ein Trainer überhaupt verkaufen?

Nach einer Branchenerhebung entfallen rund 15 Stunden pro Woche auf Planung, Pläne und Organisation. Bei einer 40-Stunden-Woche bleiben damit höchstens 25 verkaufbare Stunden. Das ist eine Obergrenze, keine realistische Auslastung — Fahrt, Absagen und Leerlauf gehen davon noch ab.

Was ist ein guter Auslastungsgrad?

Dazu gibt es keine belastbare Branchenzahl, und wer eine nennt, hat sie geschätzt. Sinnvoll ist deshalb die eigene Messung über mehrere Monate: verkaufte Stunden geteilt durch verfügbare Stunden. Erst diese Reihe zeigt, ob eine Woche typisch war oder eine Ausnahme.

Warum rechne ich mit weniger als 52 Wochen?

Weil Urlaub, Krankheit, Feiertage und Klientenwechsel Wochen kosten. Wer mit 52 Wochen kalkuliert, setzt eine Auslastung an, die es im Jahresverlauf nicht gibt, und errechnet dadurch einen zu niedrigen Stundensatz.

Welche Kosten gehören in die Fixkosten?

Alles, was auch ohne Klienten anfällt: Raum oder Studiobeteiligung, Versicherungen, Software, Fahrzeug, Fortbildung, Buchhaltung, Kammerbeiträge. In Österreich dazu die SVS-Unfallversicherung mit fix 12,95 Euro im Monat und die Beiträge auf die Mindestbeitragsgrundlage von 551,10 Euro monatlich, die auch in einem schwachen Monat anfallen.

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